HIV | Stadien der HIV-Infektion

Die HIV-Infektion verläuft bei jedem Menschen anders. Folgende Phasen sind Beispiele eines möglichen Verlaufs:

  • Akute HIV-Infektion
  • Symptomfreies Stadium
  • Symptomatisches Stadium
  • AIDS

Nachfolgend finden Sie Merkmale, die diese Phasen kennzeichnen können.

Akute HIV-Infektion

In dieser Phase erkennt das Immunsystem das sich rasch vermehrende Virus und setzt ihm körpereigene Abwehrzellen entgegen. Es produziert Antikörper, die in der Regel nach 6 Wochen, spätestens nach 3 Monaten, in ganz seltenen Fällen auch erst nach 6 Monaten nach der Ansteckung im HIV Test nachweisbar sind.

Ungefähr 2-4 Wochen nach der Ansteckung können Beschwerden auftreten, die einer Grippe ähneln. Die Symptome sind z.B.

  • Fieber
  • Hautausschlag
  • Mandeln- und Lymphknotenschwellungen

Diese Symptome verschwinden nach einigen Tagen von selbst.

Die akute HIV Infektion kann aber auch klinisch stumm verlaufen, dh. ohne deutlich erkennbare Symptome.

▲ nach oben

Symptomfreies Stadium

Dem Immunsystem gelingt es, eine Art Gleichgewicht zwischen Virusabwehr und Virus- vermehrung zu erreichen.

Ohne eine antiretrovirale Therapie bleibt dieses Gleichgewicht 5-10 Jahre stabil, abhängig von der Fähigkeit des Immunsystems HIV zu bekämpfen.

In dieser Zeit bemerken HIV Infizierte kaum etwas von ihrer Infektion.

▲ nach oben

Symptomatisches Stadium

Im symptomatischen Stadium treten Symptome auf, weil das Immunsystem schon deutlich geschwächt ist.

Mögliche Symptome sind z.B.

  • Lymphknotenschwellungen
  • anhaltende Durchfälle
  • Fieber
  • Nachtschweiss
  • Gewichtsverlust

Das symptomatische Stadium ist aber noch frei von opportunistischen Erkrankungen.

▲ nach oben

AIDS

Die Anzahl der Helferzellen ist soweit abgefallen, dass sie auch gegen leichtere Infektionen keine Abwehr mehr bilden können. In diesem Stadium spricht die Medizin vom Vollbild AIDS.

Folgende opportunistische Erkrankungen (OI) können auftreten

  • Lungenentzündungen (PCP)
  • Infektionen durch Parasiten (Toxoplasmose)
  • Infektionen durch Viren (CMV)

Diese Erkrankungen treten in der Regel bei Helferzellwerten von weniger als 200/ul auf.
Sie sind ohne Behandlung lebensbedrohlich .

Seit Einführung der hocheffektiven antiretroviralen Therapie (HAART) kommen OIs viel seltener vor, da man versucht, die Helferzellen auf hohem Niveau stabil zu halten. Falls man aber trotz HAART niedrigere Helferzellen hat oder noch keine HAART einnimmt, kann man gezielt Medikamente einsetzen, um bestimmten OIs vorzubeugen (medikamentöse Prophylaxe).

Jede OI kann auch gezielt mit Medikamenten behandelt werden, wenn sie ausgebrochen ist.
Aber wichtig ist nicht nur die OI symptomatisch zu behandeln, sondern durch eine HAART das Immunsystem wieder zu stärken.

▲ nach oben