HIV | Medikamente

Die heute eingesetzten Medikamente greifen an verschiedenen Punkten in den Vermehrungszyklus von HIV ein. Derzeit stehen Medikamente zur Verfügung, die fünf verschiedene Stoffwechselschritte des Virus hemmen. In der Regel werden zwei oder drei dieser Medikamente miteinander kombiniert um eine langfristige Unterdrückung von HIV zu erzielen. Mehrere Kombinationstherapien sind inzwischen als Kombinationspräparat in einer Pille verfügbar, was die Einnahme erleichtert.

Bei der ersten Therapie ist es das Ziel die Viruslast schnell unter die Nachweisgrenze zu senken und dort zuhalten. Gibt es Verträglichkeitsprobleme oder ist die Wirksamkeit unzureichend sollte die Therapie ausgetauscht werden.

Wirkdauer einer Medikamentenkombination

Ob und wie lange eine Kombinationstherapie wirkt, hängt ganz wesentlich von der Beachtung der Einnahmevorschriften ab. Eine gut anhaltende Wirkung der antiretroviralen Therapie ist dann am wahrscheinlichsten, wenn Sie die Medikamente streng nach den Einnahmevorschriften einnehmen.

Um das praktikabel für jede individuelle Situation zu gestalten, sollte man sich die Zeit nehmen, zusammen mit seinem Arzt die richtige Therapie auszuwählen.

Die aniretroviralen Medikamente können allerdings auch aus anderen Gründen ihre Wirksamkeit verlieren. Beispiele sind

  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
  • individuelle Unterschiede beim Abbau von Medikamenten
  • gestörte Aufnahme von Medikamenten bei Durchfall oder Erbrechen

Ihr behandelnder Arzt wird diese Einflussfaktoren überwachen, um die Wirkung der Medikamente zu bewahren.

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Resistenz

Bei HIV-Infizierten, die keine Kombinationstherapie machen, werden täglich ca. 10 Milliarden neue Viren produziert. Dabei werden auch fehlerhafte Viren, so genannte Mutanten, gebildet, die sich im Aufbau vom ursprünglichen Virus, dem Wildtyp, unterscheiden.

Entstehen zufällig diese veränderten Virusmutanten, haben sie einen Überlebensvorteil gegenüber dem ursprünglichen Virus. Sie sind gegen die eingesetzten Medikamente unempfindlich, d.h. resistent. Die resistenten Viren können sich dann schnell durchsetzen, so dass die HIV-Medikamente nicht mehr gut wirken.

Wenn die Medikamente nicht mehr ausreichend wirken, steigt die HIV-Viruslast im Blut und die Zahl der Helferzahlen sinkt ab. In diesem Fall muss die Kombinationstherapie umgestellt werden. Zum Nachweis von Resistenzen gibt es verschiedene Testverfahren, für die lediglich ein Röhrchen Blut benötigt wird.

Eine Resistenzentwicklung wird z.B. begünstigt durch

  • Nichteinhalten von Einnahmevorschriften
  • lange Vorbehandlung
  • ungenügende Viruslastabsenkung durch die antiretrovirale Therapie

Je schneller die Viruslast nach Therapiebeginn unter die Nachweisgrenze sinkt, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg der eingesetzten antiretroviralen Kombinationstherapie.

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