HIV | Verlaufskontrolle

Die Untersuchung Ihres Blutes gibt Aufschluss über den Verlauf der HIV-Infektion und den Zustand Ihres Immunsystems. An der Anzahl der Helferzellen zeigt sich, ob und wie weit Ihr Immunsystem geschwächt ist. Die Viruslast zeigt an, wie stark sich das Virus im Körper vermehrt.

Einer aussagekräftigen Einschätzung des Infektionsverlaufs liegen immer diese beiden Messwerte zugrunde:

  • Immunstatus
  • Viruslast

Immunstatus

Eine Aufnahme des Immunstatus zeigt Veränderungen im Bereich der Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Zu diesen Lymphozyten zählen auch die Immunzellen. Der Normalwert der relativen Zahl dieser Helferzellen liegt bei über 30 %. Wenn also mindestens ein Drittel der Lymphozyten Helferzellen sind, ist das Immunsystem stabil. Liegt dieser Wert bei unter 15 %, so ist das Immunsystem stark geschädigt.

Die Anzahl der Helferzellen wird pro Mikroliter Blut gemessen. Ein normaler Helferzellwert liegt zwischen 500 und 1200 Mikroliter/mm³/µl. Neben der absoluten Zahl ist vor allem das Verhältnis zwischen der Zahl der Helferzellen und derjenigen der übrigen Lymphozyten (sogenannte relative Helferzellzahl in %) und das Verhältnis von Helferzellen zu Supressorzellen (sogenannte CD4/CD8 Ratio) von Bedeutung.

Bei einer Messung ist also der Anteil der Helferzellen wichtiger als ihre Gesamtzahl.

Beispiel

Ein Immunsystem, das einen absoluten Helferzellwert von 500 hat, der aber nur einem Anteil von 15 % an der Gesamtzahl der Lymphozyten entspricht, so ist dieses Immunsystem deutlich schwächer, als wenn es nur 400 Helferzellen gibt, die dafür aber 25 % aller Lymphozyten ausmachen.

  • Helferzellwert 500 = 15% aller Lymphozyten > schwächeres Immunsystem
  • Helferzellwert 400 = 25 % aller Lymphozyten > stärkeres Immunsystem
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Viruslast

Bei der Messung der Viruslast wird die Zahl der Viruskopien pro Mikroliter Blut ermittelt.

In der Regel werden eine Viruslast von kleiner 10.000 als niedrig und eine Viruslast grösser 100.000 als hoch bewertet. Hier ist aber wesentlich, die Viruslast in Zusammenhang mit dem Immunstatus und dem gesundheitlichen Zustand zu betrachten.

Das Ziel einer antiretroviralen Therapie ist es, die Viruslast unter die Nachweisgrenze des empfindlichsten Testverfahrens zu senken und möglichst lange niedrig zu halten.

HIV Viruslast unter der Nachweisgrenze heißt aber nicht, das man keine Viren mehr im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten hat. Auch bei nicht nachweisbarer Viruslast im Blut kann bei ungeschütztem Sex oder bei anderen Blutkontakten wie z.B. durch den Gebrauch gemeinsamer Spritzen HIV übertragen werden.

Die Helferzellen und die Viruslast können auch durch andere Faktoren, die nichts mit HIV zu tun haben, beeinflusst werden. So variiert z.B. die Anzahl der Helferzellen in Abhängigkeit von der Tageszeit. Für die Vergleichbarkeit sollte deshalb die Messung immer ungefähr zur selben Tageszeit entweder morgens, nachmittags oder abends erfolgen.

Infektionen können je nach Ausprägung Helferzellabfälle und Viruslastanstiege bewirken. Nach ausgestandener Infektion normalisieren sich die Werte meist wieder.

Weitere Faktoren, die sich negativ auf die Anzahl der Helferzellen auswirken, sind

  • starker Alkoholgenuss
  • Drogenkonsum
  • Mangelernährung
  • langes Sonnenbaden
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